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Gespräch mit Fr. Dr. R. Biallowons, Ärztin, Mutter-Kind-Kurklinik Rerik

Wie sind Sie auf AWO SANO als Arbeitgeber aufmerksam geworden?

Auf die AWO SANO aufmerksam geworden bin ich durch verschiedene Vermittlungsportale für Ärzte und Ärztinnen. Ich wohne mit meiner Familie in Berlin. Vorher habe ich in mehreren anderen Krankenhäusern gearbeitet … und bin auf dem Weg zu meiner internistischen Facharztprüfung. Für die Sommermonate suchte ich eine mehrmonatige Vertretungszeit und stieß so auf die AWO SANO. Das Arbeitsfeld Rehabilitation bzw. „Mutter-Kind-Kliniken“ war mir vorher völlig unbekannt. Das Gespräch bei der ersten Kontaktaufnahme und auch das Vorstellungsgespräch überraschten mich schon sehr: Sie können ihr Kind gerne mitbringen .. das ist kein Problem. Als Wohnung wurde mir ein Appartement im Familienferiendorf in Aussicht gestellt. Dort arbeiten wo andere Urlaub machen – auch noch meinen Sohn mitbringen mit der Aussicht, dass er in der Kinderbetreuung der Mutter-Kind-Klinik in guten Händen sein wird. Das klang zu schön, um wahr zu sein – und ich dachte, da wird schon noch ein Haken sein.

Und … haben Sie den Haken gefunden?

Nein – es gab absolut keinen Haken und heute kann ich sagen, dass die AWO SANO so handelt, wie sie spricht. Das waren keine Werbesprüche, das waren Tatsachen.

Sie haben sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen über die Arbeit in einer Mutter-Kind-Klinik unterhalten. Wie wird dieses Arbeitsfeld in der medizinischen Fachwelt angesehen .. wie ist die Außenwahrnehmung?

Ehrlich gesagt ist sie nicht so gut. Sie gilt nicht als sehr hochwertig, nicht als „vollwertige“ Medizin auch nicht als karrierefördernd. Aber nach meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass dies ein falsches Bild ist, ein klassisches Vorurteil, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat: Das Spektrum der hier anzutreffenden Krankheitsbilder ist sehr viel größer als von außen angenommen. Wer hier arbeitet, in einer flachen Hierarchie wohlgemerkt, hat einen enormen Handlungs- und Gestaltungsspielraum. In fachlicher Sicht ist das Anforderungsprofil sehr viel größer als in einer konventionellen Klinik mit ihren engen Spezialisierungen. So habe ich hier auch meine Zusatzweiterbildungen nutzen können, wie Neuraltherapie, Akkupunktur und KinesioTaping, das war in anderen Kliniken bislang nicht möglich. Das hat mich zusätzlich überrascht. (ich kam ja schon breit aufgestellt an, war nur nie in der Lage gewesen, die Zusatztherapien in anderen Kliniken anzuwenden)

Sie sprachen die flache Hierarchie an … welche anderen Unterschiede sehen sie zu den Kliniken, die sie bisher erlebt haben?

Ich kam gerade in der Zeit in Rerik an, als die Kliniken der AWO SANO die Zertifizierung durchliefen. Wir haben auch in dieser arbeitsintensiven Phase, in der alles auf den Prüfstand kam, sehr kollegial und teamorientiert gearbeitet. Am meisten hat mich positiv berührt, dass wir nicht unter diesem enormen Kosten-, Effizienz- und Konkurrenzdruck stehen, der im Krankenhauswesen gang und gäbe ist und der auf einen Raubbau an der eigenen Gesundheit hinausläuft. Das ist doch paradox – wir arbeiten für die Gesundheit anderer und machen uns selbst dabei kaputt. Hier in Rerik habe ich nicht nur fachlich sehr viel gelernt, in einer sehr befriedigenden Art und Weise medizinisch gearbeitet, viel gearbeitet – ohne aber nach einem Arbeitstag „auf dem Zahnfleisch zu gehen“. Das alles zusammen ist ein beruflicher und menschlicher Gewinn. Allerdings ständen die Kliniken der AWO SANO, wie überhaupt die Mutter-Kind-Kliniken besser da, wenn sie auch Weiterbildungszeit vergeben könnten. Das ist derzeit nicht der Fall und das möchte ich der AWO SANO gerne mit auf den Weg geben: Einer der angestellten Ärzte, oder sogar die Ärztliche Leitung sollte unbedingt eine Weiterbildungsermächtigung mitbringen. Das würde die Attraktivität dieses Arbeitgebers und auch des Arbeitsfeldes insgesamt enorm steigern.

Was, glauben Sie, kann die AWO SANO darüber hinaus tun, um sich als Arbeitgeber mehr und gezielt ins Gespräch zu bringen?[

Ich denke da z.B. an Infoveranstaltungen direkt an den Universitäten. Die übergroße Mehrheit der Medizinstudenten sind Frauen und dann muss es sich nur herumsprechen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Kliniken der AWO SANO so vorbildlich realisiert wird.

Können Sie sich eine spätere Arbeit auf Dauer in einer Klinik der AWO SANO vorstellen? 

Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Ich freue mich auf die Zeit daheim bei meiner Familie, aber die so angenehme Arbeitsatmosphäre und auch meine fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten werde ich vermissen. Es war eine sehr schöne Zeit und nach Rerik oder zur AWO SANO eines Tages zurück zu kehren – das kann ich mir sehr gut vorstellen …

 

Gespräch mit Fr. Dr. R. Biallowons,  ehemalige Ärztin, Mutter-Kind-Kurklinik Rerik

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