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Arbeitgeberportrait mit Ilka Granzow, Klinikleiterin Klinikverbund Ostsee

Die AWO und die stationäre Vorsorge und Rehabilitation für Mütter/Väter-Kinder

Über 20 Mutter-Kind-Kliniken gibt es bundesweit in Trägerschaft von Verbandsgliederungen der AWO. Oft sind die Träger eingetragene Vereine - immer häufiger aber auch gemeinnützige GmbHs wie die AWO SANO gGmbH.

Mutter-Kind-Kliniken gibt es seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts - seit einigen Jahren sind auch Väter gern gesehene Patienten.

Waren die Mutter-Kind-Kliniken „früher“ eine Domäne gemeinnütziger Träger, müssen sie sich heute gegen privatwirtschaftliche Träger und Kliniken in Trägerschaft der Krankenkassen behaupten. Diese verschärfte Wettbewerbssituation haben etliche Kliniken in gemeinnütziger Trägerschaft nicht überlebt - die Kliniken der AWO SANO dagegen sind aus dieser Situation gestärkt hervorgegangen. Und das hat Gründe:

Es sind entweder Neubauten oder die Gebäudesubstanz wurde aufwendig modernisiert. Standorte der vier Kliniken der AWO SANO liegen in bevorzugten Urlaubsregionen.

Es sind aber nicht diese Gründe, die Ilka Granzow, Leiterin des AWO SANO Mutter-Vater-Kind-Klinikverbundes Ostsee mit seinen Standorten in Rerik und Kühlungsborn sagen lassen:

„Auf dieser Stelle habe ich meine Berufung gefunden!“

Die Betriebswirtin und Diplom-Sportwissenschaftlerin leitet den Verbund der Kliniken im Rahmen der für diesen Kliniktypus typischen „Doppelspitze“ gemeinsam mit einem Facharzt.

Manche Ärztinnen und Ärzte mögen sich mit dieser Konstruktion nicht anfreunden, weiß Ilka Granzow aus etlichen Bewerbungsgesprächen. Aber sie hat auch die andere Erfahrung gemacht: Wer sich einmal auf diese Konstellation eingelassen hat, weiß den damit verbundenen Nutzen sehr bald zu schätzen.

Die fachmedizinische „Hoheit“ und Verantwortung wird den Ärzten im Klinikverbund keineswegs bestritten. Dafür gewinnen die Ärzte in diesem Umfeld die Möglichkeit, ungewöhnlich breite Erfahrungen in allgemeinmedizinischer Sicht zu sammeln und an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Klinik mitzuwirken.

„Denn das erwarten wir von unseren ärztlichen Kolleginnen und Kollegen“, meint Ilka Granzow, die genau diese Gestaltungsmöglichkeiten über alle Maßen schätzt.

In Rerik und Kühlungsborn- wie überhaupt in allen Kliniken der AWO SANO - arbeiten die Teams seit 2012 nach dem „Bezugstherapeutenkonzept“:

Je nach Indikation wird den Patientenfamilien unmittelbar zum Beginn der Kur ein/e Bezugstherapeutin zugeordnet. Ob dies der Arzt/die Ärztin, der Psychologe oder die Sozialpädagogin wird, hängt von der Indikation und dem Behandlungsplan ab. Innerhalb des Teams sind alle Beteiligten jederzeit „im Bilde“ - für die Patientin aber sorgt diese Arbeitsweise für Kontinuität und Vertrautheit durch den gesamten Kurverlauf hindurch.

Eine klassische Rollenzuschreibung für Ärzte ist das nicht und Ilka Granzow weiß sehr wohl, dass die Arbeit in einer Mutter-Vater-Kind-Klinik erst mal nicht im konventionellen Karrierebild „vorgesehen“ ist.

Alternative Karrierewege

„Bei uns“, sagt sie, „fühlen sich Ärztinnen und Ärzte wohl, die schon einige Jahre Praxis- oder Klinikerfahrung hinter sich haben, die eine fachliche Neuorientierung und eine mittel- und langfristige Anstellungsperspektive suchen. Und vor allem solche, denen an einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelegen ist.“ Der hohe Freizeitwert des Klinikstandortes mag dann durchaus auch als Entscheidungskriterium eine Rolle spielen. ...

Dass die Arbeit in der Mutter-Vater-Kind-Klinik auf den ersten Blick nicht als besonders karriereförderlich angesehen ist, ist Ilka Granzow bewusst. „Auf den zweiten Blick aber wird erkennbar, dass dieses Arbeitsumfeld für diejenigen interessant ist, die sich fragen ‘In welche Richtung will ich mich als Arzt oder Ärztin fachlich noch entwickeln‘?“

Dabei sind mit „fachlich“ nicht nur „rein medizinische“ Aspekte gemeint, sondern auch ein Verständnis von der Arzt-Patienten-Beziehung, in dem Wert gelegt wird auf wertschätzende Interaktion mit den Patienten und ihren Kindern sowie auf den Blick auf die je individuellen, sozialen Lebensumstände. Auf „Zeit zum Behandeln“ eben!

Der Arbeitgeber AWO SANO wird die neuen Kolleg/innen bei dieser Entwicklung und fachlicher Fortbildung unterstützen. Qualitätszirkel der Ärzte/Ärztinnen aus den AWO SANO-Kliniken stellen sicher, dass der ärztliche Anspruch nicht zu kurz kommt - und im Klinikalltag wird der Unterschied zwischen „gemeinnützig“ und „privatwirtschaftlich“ erlebbar: Kurze Wege, flache Hierarchien und eine Unternehmenskultur, die zu Mitwirkung und Engagement einlädt - ja, dies ausdrücklich erwünscht.

Die AWO SANO wurde im Jahr 1995 im Zuge des Wiederaufbaus der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Mecklenburg-Vorpommern als eine gemeinnützige GmbH gegründet. Haupttätigkeitsfelder der AWO SANO sind Rehabilitations- und Vorsorgeangebote für Mütter und Kinder, Angebote der gemeinnützigen Familienerholung und
Bildungsangebote mit den Schwerpunkten Pflege und Familie. Die AWO SANO unterhält Kliniken und Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern. Das Leitbild der AWO SANO ist angelehnt an die Grundsätze der AWO. Dazu gehören u.a. ein ungehinderter Zugang zu Gesundheitsleistungen, die Möglichkeit Bildung zu erwerben und die gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigungen.

bruno neurath-wilson

Kurzvita Ilka Granzow

  • 1989-1992 Studium Lehramt Sekundarstufe 2 Sport/Biologie an der Universität Rostock
  • 1992 – 1995 Studium der Sportwissenschaft an der Universität Hamburg
  • 2000 – 2004 berufsbegleitendes Studium zur staatlich anerkannten Betriebswirtin an der Schule für Wirtschaft und Verwaltung Schwerin
  • 1995 – 2008 Leitende Sporttherapeutin in der Mutter/Vater-Kind-Klinik Ostseeklinik Poel
  • seit 2018 Klinikleiterin Klinikverbund Ostsee (Mutter/Vater-Kind-Klinik Rerik und Mutter-Kind-Klinik „Strandpark“ Kühlungsborn).

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