Das AWO SANO - Wochenende für Alleinerziehende

Gemeinsam am Meer - Zusammen Kraft schöpfen.

Ich würde so gern einmal ein ganzes Kapitel aus dem Roman lesen. Jetzt habe ich wieder nicht richtig zugehört, als mein Sohn mir vom Fußballspiel erzählt hat. Wann beginnt noch einmal der Elternabend? Gedanken, die alle Eltern einmal haben – klar. Bei Alleinerziehenden kommen häufig jedoch zusätzlich finanzielle Gesichtspunkte oder Sorgen wegen Streitigkeiten mit dem Ex-Partner oder Unklarheiten mit Behörden dazu. Ein Urlaub zum Ausspannen und für den klaren Kopf ist wegen des ohnehin schmalen Geldbeutels oft nicht drin und steht auf der Prioritätenliste ganz hinten.

Die AWOSANO möchte Ein-Eltern-Familien unterstützen und bietet daher in Zusammenarbeit mit regionalen Jugendämtern spezielle Wochenenden für Alleinerziehende und ihre Kinder an. Was hat es damit auf sich und was unterscheidet diese kurzen Auszeiten von einem Aufenthalt einer Familie im klassischen Sinn oder einer Patchworkfamilie? Dazu befragten wir Martina Bunk-Georgieva, Referatsleitung Familienbildung bei der AWOSANO und Nadine Peters, stellvertretende Leiterin des Familienferiendorfes in Rerik.

Wie kann man sich das AWO SANO – Familienwochenende für Alleinerziehende vorstellen?

Nadine Peters: Wir haben in Rerik für die Mütter und Väter und ihre Kinder zwei jahreszeitlich wunderbare Termine ausgesucht – im Mai zum Frühlingserwachen und im September – im ruhigeren Spätsommer. Bei uns vor Ort ist alles auf Eltern und Kinder eingestellt. Moderne Unterkünfte, viel Platz auf dem autofreien Gelände und jede Menge Möglichkeiten für Sport und Spiel. Auch an die kreativen Köpfe ist gedacht – besonders beliebt bei Gästen der verschiedenen Generationen ist unser Kreativcenter gleich gegenüber vom Dorfgemeinschaftshaus.

Martina Bunk-Georgieva: Wir haben für die Familien ein Erholungs- und Freizeitprogramm vorbereitet, das Zeit schenkt sowohl für individuelle Aktionen als auch Aktivitäten in der Gruppe. Viel Bewegung an der frischen Luft oder ausgedehnte Frühstückszeiten  tragen dazu bei, dass sich Mütter, Väter und Kinder neu finden und ihr gemeinsames Familiengefühl stärken.

Aber ähnliche Momente erleben Familien, in denen sich zwei Partner die Erziehungsverantwortung teilen oder Patchwork-Familien doch auch im Urlaub, oder?

Martina Bunk-Georgieva: Das stimmt natürlich. Aber wir konzentrieren uns an diesen Wochenenden ganz speziell auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden. Sie sind im Alltag oft an der Belastungsgrenze und sehnen sich dringend nach einer Auszeit. Nicht immer wollen oder können sie die Kinder für ein ganzes Wochenende zum Ex-Partner oder den Großeltern bringen. Daher möchten wir ihnen die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit ihren Kindern wieder Kraft für den Alltag zu tanken.

Ganz besonders wichtig war uns dabei, dem Bedürfnis nach Erholung für die Eltern nachzukommen, während sie ihre Kinder in guten Händen wissen. Häufig äußern Alleinerziehende zum Beispiel den Wunsch, auch einmal eine Stunde für sich allein zu haben – sich einfach einmal mit dem Partner abzuwechseln, ist ja nicht möglich. Wir sichern dann gern die Kinderbetreuung ab und es bleibt Zeit für das zu Ende gelesene Krimi-Kapitel, die Yoga-Einheit oder auch für eine Massage in unserer KOSMARE. Außerdem stehen unsere pädagogischen Fachkräfte während der Familienfreizeit für Gespräche zur Verfügung. Unsere eigenen Befragungen zeigen, dass sich die Mütter und Väter wünschen, mit anderen in einen Erfahrungsaustausch zu treten oder einfach mit anderen zu sprechen, die ähnliche Konfliktsituationen kennen und bewältigen.
Dazu planen wir ein Elterncafé in ungezwungener Atmosphäre.

Nadine Peters: Das kann ich nur bestätigen. Viele Kinder erzählen ganz begeistert von ihrer Zeit in unserem KinderHaffhaus oder im Kreativcenter. Der Austausch darüber mit ihren Müttern und Väter fördert die Eltern-Kind-Beziehung und bringt neuen Schwung für den Alltag zu Hause. Gemeinsame Aktionen der Familien wie das beliebte Stockbrot-Backen oder eine gemeinsame Gute-Nacht-Geschichte verstärken den Erholungseffekt. Wir möchten, dass die Familien gestärkt in den Alltag zurückkehren.

Was steht in Rerik denn ganz konkret auf dem Programm?

Nadine Peters: Wir verwöhnen die Ein-Eltern-Familien in Rerik mit der Vollpension vor Ort, unser pädagogisches Team steht begleitend zur Verfügung und wir haben ein attraktives Freizeitprogramm vorbereitet: Yoga, Stadt-Rallye, Elterncafé, Fußballturnier, Stockbrotbacken. Und falls es wider Erwarten regnen sollte, sind wir auch mit unserem Schwimmbad und dem Kreativcenter gut aufgestellt.

Martina Bunk-Georgieva: Wir bieten einfach ein Wochenende an, an dem alleinerziehende Mütter oder Väter Zeit für sich finden, ihre Kinder von einer anderen Seite sehen können und die Gelegenheit haben, mit anderen Alleinerziehenden in den Austausch zu treten und eine gute Zeit verleben werden.

Dieses Angebot findet statt vom 3. bis 5. Mai und vom 6. bis 8. September im Ostseebad Rerik. Weitere Informationen unter https://www.awosano.de/familienferiendorf-rerik/aktuelle-angebote-rerik-ostsee.html

 

Familienverständnis der AWO SANO:

Familien sind die Orte in der Gesellschaft, an denen Gemeinschaft und Fürsorge der Generationen gelebt wird. Die AWO SANO versteht unter Familie mindestens zwei Generationen, die gemeinsam leben, sich in einem Netzwerk gegenseitig unterstützen und füreinander da sein möchten. Damit sind wir grundsätzlich für alle Formen gelebter Familie, für Gäste jeden Alters offen. Besonders am Herzen liegen uns Menschen in Pflegeverantwortung sowie Kinder und Jugendliche.

Zurück